Ruhestand-Sparplan verwalten

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Haben Sie auch einen Ruhestand-Sparplan? Verwalten Sie auch mühsam Erspartes? Mit welchen Voraussetzungen haben Sie diesen Weg beschritten? Der Deutsche sorgt sich um seinen Ruhestand, wie kein Zweiter auf dieser Welt. Abgesichert zu sein, ist ihm wichtig. Der Weg dahin ist jedoch geprägt von Zufällen und Irrglauben.

Millionär im Ruhestand? Ja! Sparplan verwalten? Nö!

So stellt sich der Deutsche seinen Ruhestand vor: in südlichen Gefilden am Pool oder am Strand liegend reckt man die mühsam angefutterte Wampe gen Himmel und lässt sich die Haut bräunen. Dann und wann ruft man nach einem Cocktail, der dem paschagleich genießenden Teutonen dann zügig angereicht wird.

Ein wenig Luxus soll es schon sein, das Alter hat gefälligst genußvoll zu sein. Dafür allerdings ist der Deutsche auch bereit etwas zu tun. In den meisten Fällen heisst dieses Etwas „Sparen“. Genauer: einen Sparplan verwalten und vor allem einhalten.

Auch wenn man in der Regenbogenpresse immer wieder von den spontanen Millionären liest, ist den meisten Bunsesbürgern doch bewusst, dass der Aufbau einer Altersvorsorge von dem monatlichen und ratierlichen Anhäufen einer gewissen Summe Geldes geprägt ist. Ein Sparplan ist da ein probater Weg in eine Ruhestand, der nach all der in der Öffentlichkeit verströmten Unsicherheit der Rente doch zumindest einen guten, auskömmlichen Lebensstandard im Alter erhoffen lässt.

Der Sparplan für den Ruhestand ist dabei gekennzeichnet von dem monatlich eingezahlten Betrag und einer gewissen Verzinsung, welche dem Plan-Sparer und Renten-Hoffer gezahlt wird. Derzeit allerdings bewegen sich die Zinsen hierfür auf historisch niedrigem Niveau. Woran liegt dies? Die auf einen Ruhestand-Plan gezahlten Zinsen auf das eingezahlte Kapital wird von dem ausgebenden Finanzinstitut ( zum Beispiel eine Versicherung ) gezahlt. Das Finanzinstitut wiederum wirtschaftet mit dem eingezahlten Geld des Sparplans und versucht einen höreren ertrag zu erwirtschaften, als das Institut an den Ruhestand-Sparplan-Inhaber auszahlt. Genau da liegt auch die Crux begraben. Derzeit können an den internationalen Finanzmärkten nur minimale erträge erwirtschaftet werden. Somit ist der Kuchen, der von einem solchen Finanzinstitut verteilt werden kann, auch nur denkbar gering.

Sicherer Ruhestand: Sparplan verwalten oder verwalten lassen?

Diese Frage klingt zu nächst etwas unlogisch. Was steckt dahinter? Einen Sparplan für den Ruhestand schließt ein Rentensparer mit einem Finanzinstitut ab. Alternativ kann der Sparer auch seinen Sparplan selbst in die hand nehmen und zum Beispiel an den Finanzmärkten agieren. Oder der Sparer investiert in ein Haus, um so später im Alter mietfrei wohnen zu können. Somit stellt sich für den Rentensparer alelrdings die Frage, ob er bei den derzeit sehr, sehr niedrigen Zinsen seinen Sparplan von einem Finanzinstitut verwalten lassen möchte oder ob er sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Letzteres ist beim Deutschen gar nicht so unüblich. Immerhin sind wir ein Land der Häuslebauer und das sogenannte Betongold oder Backsteingold ist bei uns sehr beliebt. Auch die Vorstellung im Alter mietfrei leben zu können ist uns Deutschen höchst angenehm.

Ruhestand-Sparplan „Lotto“

Der Traum vom Millionär steckt wohl in jedem ein bisschen. Schaut man auf die Umsatzentwicklung des Deutschen Lotto- und Toto-Blocks der letzten Jahre, erkennt man, wieviele Deutsche diese Form des Ruhestand-Sparplans für sich wählen. So konnten die staatlichen Glücksspielunternehmen n den letzte neun Jahren 2008 bis 2015 zusammen insgesamt jährlich 6,4 bis 7,8 Milliarden Euro mit Lotterien und Wetten umsetzen. (Quelle: statista)

Der Weg zur Million allerdings gelingt nur einer kleinen Zahl von Gewinnern. Darüber hinaus gibt es Studien, welche belegen, dass die Lotto-Millionäre ihr frisch gewonnenes Geld auch genauso schnell wieder ausgeben, wie sie es bekommen haben. Auch sagt man den Lotto-Millionären kein wirklich andauerndes Glücksgefühl nach. Das ist eigentlich sehr schade, denn gerade diese Gewinner sollten sich nach Auszahlung des Lotto-Gewinns auf einer Wolke des Glücks aufhalten.

Als sparsamer Schwabe würde ein Lotto-Gewinner eigentlich die Million gut anlegen und sich aus den Erträgen des Investments eine monatliche Rente zahlen. Somit wäre dies die Umkehr um aus einem Ruhestand-Sparplan einen Tuhestand-Auszahlungsplan zu machen. Verwalten muss man hier nicht viel. Allerdings steht und fällt der reverse Ruhestand-Sparplan mit der Geschicklichkeit des frisch gebackenen Investors.

Der Hardcore-Ruhestand-Sparplan

Ein schlauer Sparstratege hat schon mal ausgerechnet, dass man auch als monatlich aktiver Ruhestand-Sparplan-Sparer zur Million gelangen kann. Wer beispielsweise über 35 Jahre hinweg monatlich 700 Euro snspart und in jedem jahr eine Rendite von sechs Prozent erzielt, der wird so zum Millionär. Wer es eiliger hat, muss eben monatlich mehr Geld in den Ruhestand-Sparplan einzahlen. Will man nach 20 jahren Millionär sein, müssen es schon 2.160 Euro im Monat sein, die angespart werden wollen.

Der Ruhestand: was ein Sparplan wirklich leisten kann

Verwalten und erhalten. Das ist es, was die eigene Rücklage für das Alter braucht. Den Ruhestand-Sparplan zu verwalten – also aktiv zu managen – setzt Finanzmarkt-Kompetenz voraus. Die Risiken an den Finanzmärkten sind groß. Vorsicht ist geboten. Das Erhalten des Angesparten ist hier die noch wichtigere Perspektive. Da das angesparte Geld im Falle eines Verlustes nicht beliebig schnell wieder ersetzt werden kann, ist vor allem einem möglichen Verlust desselben ein Riegel vorzuschieben.


Bildnachweis: © unsplash.com – Alex wong

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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