Posted on 2 Oktober.2017

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Bei den diversen Optionen der Altersvorsorge bietet die Riester Förderung mehrere Vorzüge. Um diese optimal auszunutzen, sollen die folgenden Tipps zum Thema Riester weiterhelfen.

Die zwei Hauptbestandteile der Riester Förderung

Ob man sich für einen privaten oder betrieblichen Riester Vertrag entscheidet, die verschiedenen Arten der Vorsorgemodelle lassen sich auf die jeweiligen Lebenssituationen abstimmen. Bei der Vorbereitung auf eine solche Altersversorgung ist es wichtig, sich über die Zulagen und die steuerlichen Bedingungen zu informieren. So kann man sich die Förderung genau ausrechnen und im Voraus kalkulieren, wie hoch später die Rente sein wird.

Die Riester Förderung besteht einerseits aus den Zulagen, andererseits aus den Steuervorzügen. Damit man von der kompletten Riester Förderung profitiert, müssen zumindest 4 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens in den Vertrag fließen. Die Förderung selbst gilt für maximal 2.100 € im Jahr.

Video: Riester &Co, staatliche Förderung

Die aktuellen Änderungen bei der Riester-Rente

In Zukunft soll die Riester Förderung vor allem für Geringverdiener attraktiver werden. Wer ein niedriges Einkommen hat, kann nur auf eine kleine Rentenzahlung zählen. Bisher musste man bei seinem Riester-Sparvertrag außerdem damit rechnen, dass dieser bei der Grundsicherung mit eingerechnet würde und dass man gewissermaßen ohne jeden Vorteil seine Beiträge in die Altersversorgung eingezahlt hätte.

Nun soll sich durch die Rentenreform aber Einiges ändern. Von 2018 an haben die Riester-Sparer ein Anrecht auf maximal 200 Euro von der Privatrente, ohne dass sie Einbußen bezüglich der Grundsicherung befürchten müssen.
Im gleichen Zug erfolgt auch eine Erhöhung der Riester Förderung. Seit der Initiierung der privaten Rente im Jahr 2002 ist dies die erste Anpassung. Die Regierung hat beschlossen, die Grundzulage von den bisherigen 154 € um 21 € anzuheben.

So wird die Riester Förderung verbessert

Die kundenfreundlichen Anpassungen bei der Riester Förderung haben eine lange Vorlaufzeit gehabt. Sie beinhalten unter anderem die folgenden Regelungen:

  • Die Grundzulage wird erhöht,
  • bei privat angesparten Zusatzrenten wird zukünftig ein Freibetrag veranschlagt, der bei mindestens 100 € liegen soll,
  • die Kinderzulagen verändern sich nicht,
  • für Personen bis 25 ist ein Berufseinsteigerbonus möglich.

Der Freibetrag wird folgendermaßen berechnet: Es handelt sich um einen Sockelbetrag von 100 €, auf den zusätzlich 30 % der Zusatzrente anrechnungsfrei bleiben sollen, bei einer Grenze von 50 % angerechnet auf die Regelbedarfsstufe. Die genaue Berechnung orientiert sich an der individuellen Situation und auf die detaillierten Vertragsbestandteile.

Auslöser für die Riester-Änderung

Das Interesse an einer privaten Rentenversicherung hat in den letzten Jahren nachgelassen, denn für viele war das Modell einfach nicht attraktiv. Schon seit 2016 laufen die Gespräche über mögliche Verbesserungen. In diesen geht es immer wieder um die Möglichkeit für Geringverdiener, die Rente aufzustocken. Eine Zulage in der Ansparphase bewirkt nur wenig, vor allem, wenn die Rentenzahlung selbst später besteuert wird.

Unter anderem hat sich die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen dafür eingesetzt, die Riester Förderung zu optimieren. Die Diskrepanz zwischen den nicht ausreichenden Vorteilen und der Unzufriedenheit der Riester-Sparer sollte verringert werden. Auch die Deutsche Rentenversicherung Bund hat sich für die Überarbeitung der Riester-Grundlagen stark gemacht.

Schon beim Abschluss eines Riester-Vertrags werden sämtliche Details mit den Anbietern besprochen. Damit man seine Zulagen erhält, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Für die Bearbeitung eines solchen Förderantrags ist die Zulagenstelle für Altersvermögen zuständig. (#01)

Schon beim Abschluss eines Riester-Vertrags werden sämtliche Details mit den Anbietern besprochen. Damit man seine Zulagen erhält, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Für die Bearbeitung eines solchen Förderantrags ist die Zulagenstelle für Altersvermögen zuständig. (#01)

Wie beantragt man eine Riester Förderung?

Schon beim Abschluss eines Riester-Vertrags werden sämtliche Details mit den Anbietern besprochen. Damit man seine Zulagen erhält, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Für die Bearbeitung eines solchen Förderantrags ist die Zulagenstelle für Altersvermögen zuständig. Üblicherweise erledigt das der Anbieter, allerdings braucht er dafür eine Vollmacht.

Die Antragstellung umfasst folgende Schritte:

  • Der Anbieter erhält eine Vollmacht von Riester-Sparer, die sich auf den Dauerzulagenantrag bezieht und deshalb nur einmal ausgefüllt werden muss,
  • bei Veränderungen der Lebenssituation – beispielsweise bei einer Heirat oder wenn Nachwuchs kommt – muss der Bevollmächtigte informiert werden, der diese Daten daraufhin an die ZfA weitergibt,
  • In der jährlichen Steuererklärung ist der Steuervorteil geltend zu machen; hierfür verwendet man die Anlage AV.

So können Paare von der Riester Förderung profitieren

Wenn zwei Partner ihre Rentenversicherungsbeiträge leisten, so können beide auch einen eigenen Riester-Vertrag unterschreiben. Auf diese Weise erhalten beide Partner ihre Grundzulage und der maximale Förderbetrag erhöht sich auf insgesamt 4.200 €. Bei der Kinderzulage muss man aufpassen, denn sie ist nur einmal zu beanspruchen. Wenn versehentlich eine doppelte Beantragung durchgeführt wird, wird die Förderung später zurückgefordert. Darum ist es empfehlenswert, dass nur ein Partner die Kinderzulagen einreicht.

Wenn nur ein Ehepartner seinen Rentenversicherungsbeitrag bezahlt, so hat der andere eine mittelbare Förderberechtigung. Durch die Zahlung des Sockelbetrags, der bei 60 € jährlich liegt, kann dieser zweite Partner ebenfalls die Grundzulage beanspruchen. Dafür wird ein eigener Vertrag vereinbart und die gemeinsame Fördergrenze wird auf 2.160 € angehoben.

Bei der Berechnung der Förderzulagen und des Mindestanteils nimmt die Zulagenstelle die Daten aus dem Vorjahr als Basis. Dieser Aspekt ist wichtig, wenn ein Kind auf die Welt kommt, wenn man sich scheiden lässt oder wenn es Gehaltsänderungen gibt.

Video: Plusrente Riester – Doppelter Vorteil mit Cash-back und Riester-Förderung

Weitere wichtige Infos zur Riester-Rente

Im Folgenden werden die Details des Riester-Modells in Stichpunkten erklärt:

  • Die Riester Förderung setzt sich aus staatlichen Zuschüssen und Steuervorteilen zusammen,
  • die Grundzulage liegt jährlich bei 154 €, soll aber ab 2018 auf 175 € erhöht werden,
  • die Kinderzulage liegt bei 185 € für Kinder bis Jahrgang 2007 und bei 300 € für Kinder ab Jahrgang 2008,
  • die Beitragszahlungen sind steuerlich abzusetzen, wobei der persönliche Einkommenssteuersatz gilt,
  • in der Auszahlungsphase wird die Riester-Rente nachgelagert versteuert.

Die Besteuerung in der Rentenphase richtet sich nach der aktuellen Einkommenssteuer. Diese ist im Alter niedriger als während der Berufsphase und soll es den Sparern und Rentnern leichter machen.

Wem hilft die Riester Förderung?

Wie hoch die Förderrendite im Endeffekt wirklich ist, das hängt davon ab, wie hoch die Riester-Zulagen sind und welche steuerlichen Vorteile man geltend machen kann. Im Allgemeinen ist der Profit dann besonders hoch, wenn man einen dieser beiden Bestandteile möglichst gut ausnutzt. Das ist beispielsweise möglich, wenn die Riester-Sparer ein geringes Jahreseinkommen haben und viele Kinder: Hier ist der Zulagenwert entsprechend hoch. Auch für Besserverdiener kann ein Riester-Vertrag sinnvoll sein: Hier kommt der Steuervorteil zur Geltung.

Im Gegensatz zu diesen beiden Fällen hat ein durchschnittlich verdienender Angestellter ohne Kind oder nur mit einem Kind keine besonderen Vorteile. Weder die steuerlichen Aspekte noch die Kinderzulagen sind für ihn attraktiv.

 

Um zu ermitteln, ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, sollte man sich über die diversen Angebote informieren. Es gibt die klassische Rentenversicherung, Fondssparpläne sowie Wohnriester. Als nächstes folgen weitere Überlegungen zur Höhe der Beiträge. (#02)

Um zu ermitteln, ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, sollte man sich über die diversen Angebote informieren. Es gibt die klassische Rentenversicherung, Fondssparpläne sowie Wohnriester. Als nächstes folgen weitere Überlegungen zur Höhe der Beiträge. (#02)

Die Entscheidung für einen Riester-Vertrag

Um zu ermitteln, ob sich ein Riester-Vertrag lohnt, sollte man sich über die diversen Angebote informieren. Es gibt die klassische Rentenversicherung, Fondssparpläne sowie Wohnriester. Als nächstes folgen weitere Überlegungen zur Höhe der Beiträge. Unter anderem kann man prüfen, ob ein separater Vertrag für den Ehepartner sinnvoll ist oder ob es besser ist, für günstige 60 Euro jährlich mit in den Riester-Vertrag des Hauptsparers einzusteigen und auf diese Weise die Zulage zu kassieren.

Wenn Kinder zur Familie gehören, muss ein entsprechender Antrag für die Kinderzulage gestellt werden. Der Partner, der ein geringeres Einkommen hat, sollte diese Kinderzulage beantragen: Das ist die günstigere Variante.

Wie funktioniert Wohn-Riester?

Bei diesem Sonderfall der Riester Förderung ist es möglich, den Sparplan für selbst genutztes Wohneigentum auszunutzen. Damit erspart man sich die nachgelagerte Besteuerung, denn anstelle der Rentenzahlung ist man später im Besitz einer Immobilie. Für das Ansparen wird beim Wohnriestern eine Art Förderkonto eingerichtet. Hier legt man die Sparbeiträge ein, außerdem werden die Tilgungen eingebucht. Später wird dieses Wohnförderkonto als Berechnungsgrundlage für die Besteuerung verwendet.

Video: Erklärvideo zu Wohn-Riester – Wie funktioniert das?

Vorsicht bei der Auflösung des Riester-Kontos

Wenn der Riester-Vertrag, der eigentlich der Altersvorsorge dienen soll, aufgelöst wird, so wird dieser Schritt als „schädliche Verwendung“ definiert. Man nutzt die Riester Förderung nicht für den ursprünglichen Zweck, was bedeutet, dass die Geldzulagen und auch die Steuervorteile zurückgefordert werden können. Für Wohnriester gilt die Ausnahmeregelung, denn wenn man die Immobilie selbst bewohnt, handelt es sich nicht um eine schädliche oder bedarfsfremde Verwendung des angesparten Betrags.

Durch die Kündigung eines Riester-Vertrags kann es außerdem zur Rückforderung der Zinsen und zur nachträglichen Versteuerung kommen. Hier handelt es sich um sonstige Einkünfte, die man auf seiner Steuererklärung angeben muss.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: pathdoc -#01: PhotographyByMK  -#02: SP-Photo

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Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.