Posted on 5 März.2018

Niemand möchte sich gerne lange mit seiner Rente beschäftigen, sondern stattdessen einfach schauen, dass ausreichend Euro zusammenkommen, um ein schönes Leben zu haben. Hier bietet es sich an, einfach einmal den Riester Banksparplan anzusehen und zu schauen, ob dieser möglicherweise eine Alternative darstellen kann.

Der Riester Banksparplan: Was steckt dahinter?

Es gibt ganz unterschiedliche Produkte für die Riester Rente, doch bei allen ist für den Sparer die Förderung durch den Staat gleich. Das heißt, es ist durchaus sinnvoll, sich auch nach anderen Lösungen umzusehen. Dazu gehört der Riester Banksparplan. Diese Variante ist eines der staatlich geförderten Finanzprodukte, die sich vor allem dadurch auszeichnen, dass es hier nicht viele formale Vorgaben gibt. Allerdings gibt es nach wie vor eher wenige Anbieter, die sich auf den Riester Banksparplan spezialisiert haben.

Damit man die Möglichkeit hat, die maximale staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen, muss der Riester Banksparplan einen bestimmten Mindesteigenbetrag haben. Dieser liegt bei einer Höhe von vier Prozent in Bezug auf das Bruttogehalt. Wenn man eines oder mehrere Kinder hat, dann sind noch deutlich bessere Konditionen möglich.

Bei einem Riester Banksparplan wird durch den Sparer monatlich ein Betrag in den Sparer eingezahlt. Die Verzinsung erfolgt auf der Basis vom aktuellen Referenzzins. Es gibt also eine konstante Verzinsung, die genutzt werden kann. Sehr praktisch ist, dass weder Provisionen noch Abschlussgebühren durch den Sparer gezahlt werden müssen. Daher ist der Riester Banksparplan als einfachste Variante bekannt.

Es nach wie vor eher wenige Anbieter, die sich auf den Riester Banksparplan spezialisiert haben. (#01)

Es nach wie vor eher wenige Anbieter, die sich auf den Riester Banksparplan spezialisiert haben. (#01)

Der Aufbau von Kapital mit dem Riester Banksparplan

Wer sich dafür entscheidet, einen Riester Banksparplan abzuschließen, der kann pro Jahr einen maximalen Förderbetrag erhalten, der bei 2.100 Euro liegt. Die Anpassung der Zinssätze erfolgt alle drei Monate, also in jedem Quartal. Es wird immer das vorhandene Guthaben verzinst. Dadurch baut sich nach und nach ein immer höheres Kapital auf. Einmal jährlich wird dann die Förderung eingezahlt. Zudem gibt es Banken, die für ihre Kunden auch einen garantierten Mindestzinssatz in der Hinterhand haben. Das heißt, es kann sinnvoll sein, einen Vergleich zu machen, wenn man den Riester Banksparplan sucht.

Video: Riester Rente mit ETFs – Das müssen Sie wissen! #riesterrente

Probleme mit dem Riester Banksparplan: Zu wenig Anbieter

Die Vorteile von einem Riester Banksparplan klingen gut und vor allem die Sparer sollen hier natürlich profitieren. Durch geringe bis gar keine Kosten und einen soliden Zins baut sich das Kapital bis zur Rente auf. Allerdings gab es Anfang des Jahres 2017 das Problem, dass die überregionalen Anbieter damit begonnen haben, diesen Sparplan nicht mehr anzubieten.

Dafür gibt es einen klaren Grund und das sind die gesetzlichen Anforderungen, die hier gestellt werden. Auch die Niedrigzinsen sorgen dafür, dass sich der Riester Banksparplan fast gar nicht mehr lohnt. Allerdings gibt es noch nach wie vor regionale Anbieter und inzwischen haben einige Anbieter auch wieder überregionale Angebote auf ihrer Liste. Wenn man bereits einen laufenden Vertrag hat, dann kann es passieren, dass sich die Kosten erhöhen. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob es sich noch lohnt, den Riester Banksparplan zu behalten. Die Antwort ist ein klares „ja“, denn die aufgelaufenen Zinsen und Beträge sind hier sehr gut angelegt.

Sparer sollten sich dabei bewusst machen, dass schon allein die Zulagen durch den Staat jedes Jahr für eine hohe Förderrendite sorgen, die einige Euro an Gebühren wieder ausgleichen kann. Allerdings ist es natürlich möglich, aus dem Riester Banksparplan das Guthaben auch zu entnehmen. Dies kann sinnvoll sein, wenn man sich eine Immobilie kaufen möchte. Auch Immobilien werden sehr gerne als eine Investition in die Zukunft gesehen.

Es ist natürlich möglich, aus dem Riester Banksparplan das Guthaben auch zu entnehmen. Dies kann sinnvoll sein, wenn man sich eine Immobilie kaufen möchte. (#02)

Es ist natürlich möglich, aus dem Riester Banksparplan das Guthaben auch zu entnehmen. Dies kann sinnvoll sein, wenn man sich eine Immobilie kaufen möchte. (#02)

Die Vorteile für einen Riester Banksparplan auf einen Blick

Doch was spricht nun eigentlich nach wie vor für den Riester Banksparplan? Wer darüber nachdenkt, ob diese Variante der Geldanlage wirklich gut für die eigenen Zwecke ist, der braucht auch einen Überblick über die Vorteile, die vorhanden sind. Dazu gehören die Punkte:

  • Einfache Handhabung:
    Der wohl größte Vorteil ist, dass es sich hierbei um eine besonders einfache Variante handelt, die nicht viel Aufwand mit sich bringt. Der monatliche Betrag wird einfach eingezogen und der Sparer hat mit seinem Riester Banksparplan nichts weiter zu tun.
  • Sehr günstig:
    Die Kosten für Sparpläne sind nicht zu unterschätzen, da sie teilweise sogar die Rendite für sich beanspruchen. Wer sich freut, mit seinem Sparplan eine hohe Rendite erhalten zu haben, der wird enttäuscht sein, wenn dann die Gebühren abgezogen werden. Dies ist bei einem Riester Banksparplan nicht oder nur sehr wenig der Fall. Je nach Anbieter sind die Kosten besonders gering und es fallen normalerweise keine Abschlussgebühren an. Das heißt, selbst dann, wenn man nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat, kann es sich lohnen, den Vertrag abzuschließen.
  • Flexibilität:
    Dies ist ein besonders wichtiger Punkt, wenn es um die Sparverträge geht. Viele Sparer möchten sehr gerne flexibel bleiben, damit sie auch dann ihr Geld erhalten können, wenn sie noch gar nicht am Ende des Vertrages angekommen sind. Das funktioniert bei einem Riester Banksparplan sehr gut. So kann man das Guthaben auch entnehmen, wenn es einem bestimmten Zweck zugeführt werden soll. Dieser Zweck kann beispielsweise der Kauf von einem Eigenheim sein. Dabei müssen nicht einmal Abschläge gezahlt werden.

Der schwankende Zinssatz ist ein Manko, das auf jeden Fall berücksichtigt werden sollte. Zwar gibt es hier die Förderung vom Staat. Wer jedoch zusätzlich mit seinen Zinsen noch Kapital aufbauen möchte, der sollte sich darüber bewusst sein, dass bei dem Riester Banksparplan nur variable und keine festen Zinsen geboten werden.

Es gibt allerdings die Möglichkeit, nach einem Anbieter zu schauen, der feste Zinsen zur Verfügung stellt. In diesem Fall geht man aber das Risiko ein, auf höhere Zinssätze zu verzichten, wenn diese bei einem variablen Zinssatz zur Verfügung gestellt worden wären.

Selbst dann, wenn man nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat, kann es sich lohnen, den Vertrag abzuschließen. (#03)

Selbst dann, wenn man nur noch wenige Jahre bis zur Rente hat, kann es sich lohnen, den Vertrag abzuschließen. (#03)

Die Zulagen für den Riester Banksparplan

Bei der Riester Rente gibt es durch den Staat Zulagen. Diese können sich natürlich im Laufe der Jahre ändern. Aktuell sind sie jedoch wie folgt:

  • Jede förderberechtigte Person bekommt pro Jahr einen Betrag in Höhe von 154 Euro
  • Jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, bekommt eine Förderung von 185 Euro pro Jahr
  • Jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, bekommt 300 Euro im Jahr an Förderung

Nicht zu vergessen ist auch der Steuervorteil, der durch die Riester Rente im Fokus steht. Es können bis zu 2.100 Euro pro Jahr gefördert werden. Bisher ist schon eine Erhöhung der Grundzulage in Planung (Stand: Oktober 2017). So sollen ab Januar 2018 pro Jahr 175 Euro statt 154 Euro gezahlt werden.

Die Zulagen werden jedoch nur dann gezahlt, wenn mindestens vier Prozent des aktuellen Einkommens eingezahlt werden. Als Grundlage wird das rentenversicherungspflichtige Einkommen gewertet. Der Höchstbetrag liegt hier pro Jahr bei 1946 Euro für die Einzahlung.

Tipp:

Manchmal kann es sich auch lohnen, nach einer Alternative zu einem Riester Banksparplan zu schauen. Dabei gibt es beispielsweise den Riester-Fondssparplan. Dieser sorgt für besonders hohe Renditen, bringt aber auch ein höheres Risiko mit sich. Hier wird ein Teil der Einzahlungen, die getätigt werden, in Aktien investiert.

Aber auch die Riester-Rentenversicherung oder der Bausparvertrag stehen zur Verfügung. Bei einem Bausparvertrag ist es möglich, sich für die Zukunft niedrige Zinsen zu sichern und später, wenn ein Eigenheim gekauft oder gebaut werden soll, darauf zurückzugreifen. Dies kann eine hohe Ersparnis mit sich bringen, wenn man sich mit der Immobilie für das Alter absichern möchte.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: sirtravelalot – #01: Rido – #02: RomanR – #03: Bartolomiej Pietrzyk

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.